STREUOBSTWIESE

Kostbares Kulturgut und wertvoller Lebensraum

Auf der großen Fläche des ehemaligen Maisackers am Hof Lammers in Riesenbeck pflanzten wir 2021 rund 80 vorwiegend alte münsterländische Obstbaumsorten. Die Wiesensaat aus Gräsern, Blumen und Kräutern erblühte bereits nach wenigen Wochen in voller Pracht und ist neue Heimat für eine Vielfalt von Insekten, Vögeln und Tieren, die hier nicht nur Nahrung, sondern auch Schutz finden, um ihren Nachwuchs zu bekommen und aufzuziehen. Die Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Pflaumen- und Walnussbäume sind von Hecken und heimischen Sträuchern umgeben.

Was ist eine Streuobstwiese?

Streuobstwiesen mit ihren hochstämmigen Obstbäumen und weiten Grünflächen sind die traditionelle Form des Obstbaus und ein wertvoller Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten. Sie stehen für einen der artenreichsten Lebensräume unserer Kulturlandschaft. Wir zeigen Dir, was Streuobstwiesen sind und wie sie zum Erhalt der Biodiversität beitragen.

Naturschutz wichtiger als hohe Erträge

Eine Streuobstwiese ist eine Gruppe von verschiedenen Sorten Obstbäumen, die mit ausreichend Abstand – also verstreut – voneinander auf einer Wiese stehen. So hat jeder Baum ausreichend Platz und Licht zum Wachsen. Um die Bäume herum wachsen Kräuter, Gräser, Wildblumen, die entweder als Weide für Tiere oder als Mähwiese genutzt werden.

Streuobstwiesen zählen zu den landwirtschaftlichen Nutzflächen, unterscheiden sich aber von Obstplantagen. Während Plantagen intensiv bewirtschaftet werden – das heißt, es werden möglichst hohe Erträge auf kleiner Fläche erwirtschaftet, geht es auf Streuobstwiesen um die extensive Nutzung: Der Mensch greifen so wenig wie möglich in natürliche Prozesse ein und der Naturschutz steht vor der Erzielung hoher Erträge. Je nach Art werden nur 60 bis 120 Bäume pro Hektar gepflanzt und es werden weder mineralische Dünger noch chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt.

Lebensraum Streuobstwiese

Dach

Die Baumkrone ist für viele Vögel Nahrungsquelle, Nist- und Schutzraum. Viele Insekten ernähren sich von den Blüten und Früchten, und Nagetiere suchen in den Ästen nach Nahrung.

Stockwerk

Blüten, Gräser und Wildkräuter über der Erde bieten Nahrung für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten. Zur Auch die am Stamm wachsenden Flechten und Moose sind Nahrungsquellen und Schutz für Käfer Nahrung und Schutz. Auch Astlöcher, abgestorbene Äste, Baumhöhlen und -spalten sind wertvolle Schutzräume für Singvögel, Spechte und Fledermäuse.

Erdgeschoss

Am Boden, also im Wurzelbereich der Bäume, und in der Grasnarbe leben neben den Pflanzen Spitz- und Feldmäuse, Hasen und Igel. Auch zahlreiche Käfer und andere Insekten, Blindschleichen und Erdkröten finden im Erdgeschoss ihr Zuhause.

Wie wir Artenvielfalt fördern

Streuobstwiesen mit ihren hochstämmigen Obstbäumen und weiten Grünflächen sind die traditionelle Form des Obstbaus und ein wertvoller Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten. Sie stehen für einen der artenreichsten Lebensräume unserer Kulturlandschaft. Mit der sorgfältigen Auswahl alter Obstbaumsorten, der Schaffung unterschiedlichster Bedingungen für zahlreiche Insekten-, Amphibien-, Vogel und Tierarten sowie der kontinuierlichen Pflege tragen wir mit der WiesenWunder Streuobstwiese zum Erhalt der Biodiversität bei.

Die in der Bild-Übersicht gezeigten Bereiche der Streuobstwiese fügen sich zu einem Natur-Ganzen, aus dem wir uns Ideen und Inspirationen auch für unseren eigenen Garten oder private Freiflächen holen können, um selbst aktiv bei der Erhaltung und Förderung unserer Naturvielfalt mitzuwirken.

Gerne beraten und unterstützen wir mit dieser „Blaupause“ alle Interessierten, weitere vielfältige und nachhaltige Naturräume zu schaffen. Unsere Ansprechpartner stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite. 

Alte Obstbaumsorten
Benjeshecken

Das Prinzip der Benjeshecke ist, Hecken nicht durch Neuanpflanzung, sondern durch Windanflug und durch Samen aus dem Kot rastender Vögel aufbauen zu lassen. Dazu wird Gehölzschnitt (Äste, Zweige, Reisig) durcheinander, als Wall locker gestapelt.

Die Vorteile einer Benjeshecke bestehen zum einen in ihren günstigen Herstellungskosten, da nicht Pflanzen, sondern „Saatgut“ auf natürliche Weise eingebracht wird und Schnittholz als „Abfall“ auf der Streuobstwiese immer vorhanden ist. Das locker gelagerte Material bietet unmittelbar Lebensraum für zahlreiche Vogelarten (hauptsächlich Heckenbrüter),Kleinsäuger und insekten.

Insektenhotel
Sandarium

Den Mittelpunkt des Lehrgartens bildet das Atrium. Es ist ein offener sonnengeschützter Bereich mit einem großen Holztisch, Sitzgelegenheiten und 3 Weidentipis.

Naturwiese

Ein Gemüsebeet ist ein abgegrenzter Bereich, in dem essbare Pflanzen wie Gemüse und Kräuter angebaut, gepflegt und geerntet werden. Es kann ebenerdig, erhöht oder in Hochbeeten angelegt sein.

Schafe

Ein Geodome ist eine kuppelartige Struktur aus verbundenen, meist dreieckigen Elementen. Diese architektonische Form ist stabil und energieeffizient, also ideal für den Einsatz als Gewächshaus, Unterschlupf oder Veranstaltungsraum.

Renaturiertes Gewässer

Eine Kräuterspirale ist ein spiralförmig angelegtes Beet, das auf kleinem Raum unterschiedliche Klimazonen für Kräuter schafft. Durch die Anordnung werden sonnige, schattige, trockene und feuchte Bereiche kombiniert, sodass Kräuter mit verschiedenen Bedürfnissen optimal gedeihen können.

Beerensträucher

Beerensträucher bieten eine Vielzahl von ökologischen, praktischen und gesundheitlichen Vorteilen. Auf unserer Streuobstwiese bieten sie wertvolle Nahrung für Bestäuber. Reife Beeren dienen heimischen Vogelarten als Nahrungsquelle. Sie sind langlebig, einmal gepflanzt tragen sie viele Jahre lang Früchte.

Blänke

Blänken sind flache, wassergefüllte Vertiefungen in Wiesen oder Mooren. Sie entstehen durch Regen, Grundwasser oder Überflutungen und sind gekennzeichnet durch Trockenphasen. Wertvolle Lebensräume entstehen durch den wechselnden Wasserstand für zahlreiche Tier- und Planzenarten, insbesondere für Vögel und Amphibien.

Fledermauskästen

Das Lebensraum-Mosaik zeigt modellhaft eine Vielzahl von Lebensräumen, deren Bedingungen für die Artenvielfalt der Tier- und Pflanzenwelt verantwortlich sind. Auf kleinem Raum können hier kleine und große Interessierte auf Beobachtungs- und Forschungsreise gehen. Unser Mosaik ist ein Projekt im Entstehen, das Besucher des Lehrgartens mitverfolgen können.